Samstag früh, nun sind auch wir 'Nachzügler' erneut auf dem Weg nach Kassel zur Documenta. Auf der Zugfahrt habe ich mich prächtig mit meinen zwei Kampagnen-Mitstreiterinnen unterhalten. Wie sind die Interviews gelaufen? Wer hat schon welche gemacht? Nicht alle hatten führen zum Interviewen zur Documenta. Im Laufe der Fahrt stellte sich jedoch heraus: es führen auch, diejenigen die, in Hamburg zurückbleiben, wertvolle informelle Interviews, während sie ihren Job bestreiten. Meine Mitreisende erzählte, wie sie tagtäglich beim Haare schneiden mit Leute aus unterschiedlichen Hintergründen und Herkünften ins Gespräch kommt, und diese ihr erzählen über ihren Alltag - mit mal mehr mal weniger großen Sorgen, woher das Geld kommt oder wo sie ihren persönlicher Spagat üben.
An dieser Stelle finde ich es sehr wichtig festzuhalten, dass auch diese Informationen wertvoll für die Kampagne sind. Ich plädiere somit dafür, die Praxis des Interviewens breiter zu fassen, d.h. diese nicht nur auf die transkribierten Interviews von der Documenta zu reduzieren und überlegen, wie alle Gespräche dokumentiert werden und in der Analyse berücksichtigt werden können, auch wenn die Documenta ein Kreuzungspunkt, ein Ort war, wo wir in kurzer Zeit ca. 40 Interviews mit Vermittlerinnen, PraktikantInnen, Aufsichtsleuten, Künstlern, Putzfrauen und Erwerbslosen führten.