Mittwoch, 08.Januar 2008
Mittags um 12 Uhr stehen wir vor dem Gebäude der Internationalen Filmfestspiele Berlin auf dem Potsdamer Platz. Wir sind mit den Stellvertretern Kosslicks verabredet, die uns zum Gespräch eingeladen haben um uns ein Forum auf der Berlinale anzubieten. Wir sind gespannt, was das sein könnte...
Im Gepäck haben wir die am Morgen gekaufte Ausgabe der Süddeutschen Zeitung, die mit den Streiks der Drehbuchautoren in Hollywood und der Absage der Golden Globe titelt: www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/838/151459/ und unsere eigenen Vorstellungen von einem Forum:
1. Wir wollen eine eigene Pressekonferenz zum Thema Prekarisierung Auf dem Podium sollen sich neben uns auch Kosslick und Gavras zum Thema positionieren.
2. Wir wollen Propagandafreiheit (Akkreditierungen für alle und vor allem Bewegungsfreiheit in den Spielstätten)
3. Wir wollen dass unsere Veranstaltungen auf der offiziellen Berlinale website beworben werden.
12.30h Wir sitzen am Konferenztisch, sie sind zu zweit (ein good guy, ein bad guy) – wir sind mehr...
Der good guy ist wie ein Manager mit linker Vergangenheit, der bad guy ist einfach nur Manager. Er schüttelt nach jeder unserer Forderungen entsetzt den Kopf und sagt: also das geht nun wirklich nicht! Aber was geht denn dann? Ein Infotisch? Nein Danke!
Wir wollen eine öffentliche Debatte über Prekarisierung ...so oder so...
13.30h Nach einem einstündigen Verhandlunsgespräch wollen die beiden alles mit Kosslick besprechen und versprechen uns, sich bald zu melden. Wir sind nach wie vor gespannt...
Neues von der Berlinale
Heute kam nun endlich die Antwort des Berlinale-Managements
Liebe Mitglieder der "Mir reicht´s Kampagne",
vielen Dank für die ausführliche Mail an Herrn Kosslick. Er hat diese mit sehr großen Interesse gelesen und kann ihr Anliegen natürlich gut verstehen.
Wir haben Ihnen in unserem gemeinsamen Gespräch berichtet, dass uns alljährlich zahlreiche Anfragen nach Kooperationen erreichen oder Organisationen die Berlinale als Plattform nutzen wollen, um Ihre Ziele besser publizieren zu können.
Ebenfalls haben wir deutlich gemacht, dass sich die Berlinale nur in wenigen Fällen zu einer engen Kooperation durchringen kann, sofern die Ziele der beiden Partner in erheblichem Maße übereinstimmen.
Ihr Anliegen findet auch Herr Kosslick wichtig. Dennoch kann er Ihrem Wunsch nach einer gemeinsamen Pressekonferenz leider nicht zustimmen, wobei auch terminliche Gründe eine wichtige Rolle spielen. Zudem möchten wir uns auf der bevorstehenden Berlinale nicht ausschließlich auf das Thema "prekäre Arbeitsverhältnisse" fokussieren, sondern im Rahmen unseres Filmprogramms auch anderen wichtigen sozialen und politischen Themen Präsenz einräumen und dabei nicht ein einzelnes Thema in der Vordergrund rücken.
Von Ihnen geplante Aktionen, auch innerhalb der Spielstätten, stehen wir aber nach wie vor aufgeschlossen gegenüber, sofern Art und Umfang sowie der Zeitpunkt jeweils vorab mit uns einvernehmlich abgestimmt wird.
Wir hoffen auf Ihr Verständnis für die Absage der PK, würden uns aber sehr freuen, wenn wir gemeinsame Wege finden würden, Ihr Anliegen im Rahmen der Berlinale relevanten gesellschaftlichen Gruppen näher zu bringen.
Mit besten Grüßen