Die eigenwillige Freiwilligkeit der Prekarisierung (dt.)
Brigitta Kuster nimmt die aktuell in Bezug auf neoliberale Arbeit verhandelten Thesen, die eine scharfe und politisch handlungsanleitende Trennlinie zwischen einer 'freiwilligen Prekarisierung' sogenannter Luxusprekarisierter gegenüber einer 'erzwungenen' unterprivilegierter Prekarisierten zu ziehen versucht, genauer in den Blick. Binden Selbstführungtechniken Individuen, die sich mit ihrer Arbeit hoch identifizieren und/oder gesellschaftlich hoch bewertete Arbeitsplätze einnehmen, in einer derartigen Weise an die Wirkungen von Macht im Arbeitsbereich, die sich als 'freiwillige Prekarisierung' kennzeichnen ließe?
Prekarität: eine wilde Reise ins Herz des verkörperten Kapitalismus - Oder: wer hat Angst vor der immateriellen Arbeit? (dt., engl., esp.)
von Vassilis Tsianos / Dimitris Papadopoulos
Es gibt eine Annahme, die den gegenwärtigen Debatten über die Klassenzusammensetzung im Postfordismus zugrunde liegt: die Annahme, dass immaterielle Arbeit und die ihr korrespondierenden sozialen Subjekte den Schwerpunkt in den neuen turbulenten Kampfzyklen rund um lebendige Arbeit darstellen. Der vorliegende Text untersucht die theoretischen und politischen Implikationen dieser Annahme, ihre Versprechen und Ausschlüsse. Ist immaterielle Arbeit die Bedingung, aus der eine radikale soziopolitische Transformation des gegenwärtigen postfordistischen Kapitalismus entstehen kann? Wer fürchtet sich heute vor immateriellen ArbeiterInnen in der Prekarität?
Experiences Without Me - Oder: Das verstörende Grinsen der Prekarität (dt., engl., esp.)
von Brigitta Kuster / Vassilis Tsianos
Mit Spinoza als 'Vordenker' der Prekarität und einer durch Virno geprägten Phänomenologie der Furcht/Angst bewegen sich die AutorInnen durch das Narrativ des Films 'the village', in dem am Ende doch die Möglichkeit eines verstörenden Grinsens der Prekarität auftaucht.